Dienstag, 9. April 2013

Das Herz der Weisen

Im Herz der Weisen gibt es keine geschlossenen Türen.
Jeden Morgen begrüssen sie Freude oder Sorgen wie einen unerwarteten Gast. Glückseligkeit, 
Scham, Liebe, Hoffnung, Unsicherheit, Enttäuschung oder Wut. Sie alle werden an der Türschwelle mit einem offenen Lächeln begrüsst.
Im Herz der Weisen gibt es keine geschlossenen Türen und alle Gäste sind willkommen, weil sie als Wegweiser hin zum Licht zu uns gefunden haben...

Ich


Jeder, der glaubt mich zu kennen, muss bereit sein, mich nochmals kennen zu lernen.
Denn, ich bin wie der Mond und zeige Dir jeden Abend ein neues, faszinierendes Gesicht.
Alles was Du tun musst, ist, nachts zum Himmel zu schauen...

Sonne

Und die Sonne scheint für Dich.
Wie viel Licht sie Dir schenkt, hängt davon ab, wie weit Du deine Fenster für sie öffnest...

Suchen und Finden


Ein Leben lang hab ich mich geschämt, ein Opfer zu sein. Und habe in vielen Jahren jeden kleinsten Stein umgedreht, auf der Suche nach Wertschätzung, Liebe – nach mir selbst.

„…Mama, warum beschützt Du mich nicht? Papa, wieso siehst Du dieses Unrecht nicht? Mein Freund, warum liebst Du mich nicht. Chef, warum schätzt Du mich nicht…?“

Dabei habe ich wie ein Tier gekämpft; solange bis ich nicht mehr kämpfen konnte. Erst als ich gelähmt vor Erschöpfung und selbstzerstört am Boden lag, konnte ich mich zum ersten Mal selber sehen.

Und als ich begriff, dass all meine Abgründe, meine Schuldgefühle und meine Schwächen in Wahrheit meine Stärken sind, wusste ich, dass alles, was ich da draussen so lange gesucht hattee, schon immer da war. In mir.

Und heute vergebe ich Dir, so wie ich mir vergeben habe. 

Ich weiss, erst wer den tiefsten Punkt erreicht und den Blick nach innen gerichtet hat, kann seine eigene Wahrheit erkennen – und sich selbst vergeben.

Denn die Liebe und das Licht sind wir!

Dienstag, 5. März 2013

Wie viel?

Wie viel Macht gibst Du deiner Vergangenheit
Wenn sich Deine Erinnerungen zu Bergen auftürmen
Und Dir die Sicht auf die Gegenwart versperren?

Wie viel Macht gibst Du deinen Verletzungen
Wenn Du Dich nicht erträgst und nicht anders kannst
Als vor Deinem Spiegelbild zu flüchten?

Wie viel Macht gibst Du deinen Ängsten
Wenn sie Dich vom Glück des Augenblicks abhalten
Und Dich so der Süsse deines Lebens berauben?

Wie viel Macht gibst Du Menschen, die Dich nicht erkennen
Wenn Du einen Multiplikator für Dein Leiden suchst
Weil Du glaubst, es sei der einzige Weg etwas zu fühlen?

Wie viel Macht überlässt Du dem selbst geschnürten Korsett
Wenn Du denkst, keine Luft mehr zu bekommen
Weil Du nicht anders kannst als zu leiden?

Wie dumm Du doch bist, das alles zu ertragen!
Wenn doch alles was Du zur Heilung brauchst
Genau in dieser Sekunde in dir ruht?

Vertrauen

Öffne die Augen, jetzt sollst Du sehen!
Es ist der Moment, alte Geschichten zu verlassen
Es ist die Zeit, über neue Grenzen zu gehen
Damit endlich Deine Zweifel verblassen

Hab Vertrauen und lass Dich fallen
Lass mein Herz Dich mit Liebe verwöhnen
Denn ich weiss, es wird dir gefallen
Wenn meine Worte Deine Seele versöhnen

Öffne die Augen, jetzt ist die Gelegenheit
Es ist der Moment, lass Dich einfach nur gehen
Denn es ist die Zeit, wo sich alle Hoffnung befreit
Und wir Blinden durch Vertrauen wieder sehen

Dienstag, 26. Februar 2013

Vollkommen Frau

Und Du denkst ich sei zu nett
Weil ich ein Meer von Liebe in mir trage

Und Du denkst ich sei zu einfach
Weil ich der Welt nichts mehr beweise

Und Du denkst ich sei zu naiv
Weil ich mich längst nicht mehr verstelle

Und Du denkst ich sei zu verständnisvoll
Weil ich angekommen bin

Und Du denkst, es gibt nichts was Dich reizt
Weil ich bin, genau so wie ich bin

Aber was Du nicht über mich weißt ist
Ich hab diese Kriege lange vor Dir geführt

Auch Du wirst eines Tages diesen Boden betreten
Und wissen, wie falsch Du doch lagst

Denn heute bin ich vollkommen Frau
Und genau das macht mich so stark

Dienstag, 19. Februar 2013

Gummistiefel aus Kindertagen

Und einst waren wir wie Pech und Schwefel
Entdeckten die Welt in Gummistiefeln
Tagein, tagaus nur Abenteuer
Alles war leicht, das Leben voll Sonne

Sorglos waren wir und unkompliziert
Kinderherzen tanzten Reigen der Neugier
Erste Reisen, erste Schmetterlinge
Alles hatten wir wie Schwestern geteilt

Und auf einmal ist alles so anders
Erkenne Dein Gesicht nicht wieder
Wo sind unsere neuen alten Geschichten
Wir schreiben keine Kapitel mehr

Und Gummistiefel aus Kindertagen
Sie sind vergilbt und spröde geworden
Ich vermiss die alten Geschichten
Und die Kinder, die wir einst waren

Mittwoch, 9. Januar 2013

Gegangen

Einsam. Einsam wie nie zuvor. Alleine im Mekong River. Fremde Sprache zwischen Schmerz und Hoffnungslosigkeit. Tränen bedecken den Tisch, salzen den Reis in meinem Teller. Keine Umarmung, keine Schulter, kein Trost. Chansons im Radio neigen sich dem Ende. Das Ächzen des Kühlschranks einzig nährt das Vakuum an diesem Tag. Es ist der Tag, an dem ich erfuhr, dass Du diese Welt verlassen hast.

Ich weiss, du würdest nicht wollen, dass ich um dich weine. Und doch hättest du Verständnis. Weil du warst, wie du eben warst.

Ich werde dich vermissen, und besonders deine Stärke für diese Welt.

Donnerstag, 13. Dezember 2012

Gehörlos

Und ich schreie, schreie und schreie
Stimme, die immer dünner wird
Angst findet kein Gehör
Wut findet kein Gehör
Empörung findet kein Gehör
Not findet kein Gehör

Sehnsucht findet kein Gehör
Leiden findet kein Gehör

Verzweiflung findet kein Gehör
Noch nicht einmal Liebe stösst auf offene Ohren
Welt, wann bist Du taub geworden?